Fehlen beim Epson LQ-590II nur im schnellen Druckmodus einzelne Zeichen oder Zeichenteile, sollte zuerst zwischen einem Datenverlust und einem unsauberen mechanischen Druckbild unterschieden werden. Der aussagekräftigste Test ist ein direkt am Drucker erzeugter Selbsttest: Ist dieser vollständig, liegt die Ursache eher bei Druckertreiber, Schnittstelle, Anwendung oder Druckdaten. Zeigt auch der interne Ausdruck Lücken, kommen vor allem Farbband, Papierlage, Druckkopfabstand, bidirektionale Ausrichtung oder die Druckmechanik infrage.
Ein Werksreset ist dafür weder der erste noch der sinnvollste Schritt. Er kann gespeicherte Einstellungen verändern, ohne ein verschlissenes Farbband, eine ungünstige Papierführung oder eine fehlerhafte Datenübertragung zu beheben.
Entscheidend ist die Form der fehlenden Zeichen
Der Epson LQ-590II ist ein 24-Nadel-Matrixdrucker. Seine Zeichen entstehen aus vielen einzelnen Anschlägen der Drucknadeln auf das Farbband. Mit steigender Druckgeschwindigkeit werden Zeitreserven für Kopfbewegung, Anschläge und Papiertransport kleiner. Ein bereits grenzwertiger Zustand kann deshalb im schnellen Modus sichtbar werden, obwohl ein langsamer Ausdruck noch ordentlich aussieht.
Beobachte eine fehlerhafte Zeile genau und ordne sie einem dieser Bilder zu:
- Einzelne Punkte, senkrechte Linien oder Teile vieler Buchstaben fehlen: Das deutet eher auf Farbband, Druckkopfabstand, einzelne Drucknadeln oder die mechanische Ausrichtung hin.
- Komplette Zeichen fehlen, während die übrigen Zeichen sauber aussehen: Dann sind Druckdaten, Schnittstelle, Handshake, Treiber oder die Anwendung wahrscheinlicher als ein schwaches Farbband.
- Zeichen wirken versetzt oder doppelt konturiert: Hier ist besonders die Ausrichtung beim Druck in beide Bewegungsrichtungen des Druckkopfs zu prüfen.
- Die Lücken treten in regelmäßigen Abständen auf: Ein wiederkehrendes Muster kann auf eine bestimmte Drucknadel, den Wagenlauf oder eine mechanische Belastung hinweisen.
- Nur Durchschläge sind unvollständig, das Original aber nicht: Papierstärke, Formularsatz und Einstellung des Druckkopfabstands stehen dann im Vordergrund.
Der interne Selbsttest trennt Drucker und Datenweg
Ein Selbsttest, der ohne Computer erzeugt wird, umgeht Anwendung, Druckertreiber und Druckwarteschlange. Er ist deshalb die wichtigste Gegenprobe. Verwende dafür die im Benutzerhandbuch des Epson LQ-590II beschriebene Funktion zum Drucken eines Selbsttests; Tastenkombinationen anderer Epson-Modelle dürfen nicht übertragen werden.
- Notiere die gewählte Geschwindigkeits- beziehungsweise Qualitätsstufe und markiere eine typische fehlerhafte Zeile aus dem normalen Druckauftrag.
- Lege geeignetes, unbeschädigtes Papier gerade ein und kontrolliere, dass die Papierführungen nicht drücken oder zu viel Spiel lassen.
- Erzeuge den internen Selbsttest zunächst mit einer normalen Druckqualität und anschließend, soweit über die Geräteeinstellungen vorgesehen, mit der problematischen schnellen Einstellung.
- Vergleiche nicht nur den Textinhalt, sondern einzelne Buchstaben, senkrechte Striche und die Ausrichtung aufeinanderfolgender Zeilen.
Ist der Selbsttest auch bei höherer Geschwindigkeit vollständig, sollte der Drucker nicht geöffnet oder mechanisch verstellt werden. In diesem Fall erreicht der LQ-590II die Druckdaten aus dem normalen Auftrag wahrscheinlich nicht unverändert oder nicht im erwarteten Emulations- und Schriftmodus. Treten dieselben Lücken im Selbsttest auf, bleibt die Diagnose am Gerät.
Wenn der interne Ausdruck ebenfalls Lücken zeigt
Farbband und Farbbandkassette
Ein verbrauchtes oder ungleichmäßig transportiertes Farbband kann bei schnellem Druck zuerst durch blasse Teilstriche auffallen. Es lässt normalerweise keine sauber abgegrenzten vollständigen Zeichen aus, sondern erzeugt schwache, fleckige oder teilweise fehlende Punkte.
Schalte den Drucker vor der Sichtprüfung aus. Kontrolliere, ob die Farbbandkassette vollständig eingerastet ist, das Band korrekt vor dem Druckkopf verläuft und weder verdreht noch sichtbar beschädigt ist. Verwende ausschließlich eine für den Epson LQ-590II ausgewiesene Farbbandkassette; eine ähnlich aussehende Kassette ist keine sichere Zuordnung. Das Farbband darf nicht mit Flüssigkeiten behandelt oder von Hand nachgefärbt werden.
Wird der Ausdruck mit einer sicher passenden, intakten Kassette deutlich gleichmäßiger, war die Farbversorgung die wahrscheinlichste Ursache. Bleibt immer derselbe Teil bestimmter Buchstaben weiß, ist der nächste Zweig wichtiger.
Druckkopfabstand und Formularstärke
Der Abstand zwischen Druckkopf und Druckmedium muss zur Papier- beziehungsweise Formularstärke passen. Ein zu großer Abstand schwächt die Anschläge; ein zu kleiner Abstand kann Farbband, Papier und Druckkopf unnötig belasten. Besonders bei Mehrfachformularen kann eine falsche Einstellung im schnellen Modus zu lückenhaften Durchschlägen führen.
Stelle den Abstand nur mit der dafür vorgesehenen Einrichtung des LQ-590II und gemäß der Rubrik zur Papierstärke beziehungsweise zum Druckkopfabstand im Gerätehandbuch ein. Prüfe danach zunächst mit einlagigem Normalpapier. Ist dieses sauber, der Formularsatz aber nicht, liegt das Problem eher bei Stärke, Anzahl der Lagen, Papierqualität oder Abstandseinstellung als bei der Datenübertragung.
Bidirektionale Ausrichtung
Beim bidirektionalen Druck setzt der Druckkopf Zeichen sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg. Sind beide Richtungen nicht mehr sauber aufeinander abgestimmt, erscheinen senkrechte Linien versetzt, Buchstaben ausgefranst oder Zeichenteile scheinbar ausgelassen. Bei höherem Tempo fällt eine kleine Abweichung stärker auf.
Vergleiche mehrere Zeilen mit senkrechten Zeichen wie H, I, M oder Ziffern mit geraden Strichen. Wechseln sauberere und schlechtere Zeilen oder verschiebt sich die Kontur abhängig von der Bewegungsrichtung, ist eine Ausrichtungsprüfung sinnvoll. Nutze dafür ausschließlich das für den LQ-590II vorgesehene Verfahren zur bidirektionalen Ausrichtung beziehungsweise das passende Epson-Einstellprogramm. Eine beliebige Justage aus einem anderen LQ-Modell kann falsche Werte setzen.
Druckkopf oder Wagenmechanik
Fehlt unabhängig von Papier und Farbband immer dieselbe Punktreihe, kann eine Drucknadel nicht zuverlässig arbeiten. Ein weiterer möglicher Hinweis ist ein regelmäßiges Muster, das in verschiedenen Schriftarten und im internen Selbsttest unverändert bleibt. Verschmutzungen oder ein schwergängiger Wagenlauf sind ebenfalls denkbar, lassen sich aus dem Druckbild allein aber nicht sicher bestätigen.
Führe keine manuelle Reinigung des Druckkopfs mit Lösungsmitteln durch und öle die Führung nicht ohne passende Wartungsvorgabe. Im Drucker befinden sich bewegliche und elektrisch angesteuerte Teile. Bleibt das regelmäßige Fehlmuster nach Farbband-, Papier- und Ausrichtungsprüfung bestehen, sollte ein Servicebetrieb Druckkopf, Wagenlauf und Ansteuerung prüfen.
Ist der Selbsttest sauber, liegt der Fehler vor dem Druckwerk
Ein vollständiger interner Ausdruck zeigt, dass der LQ-590II die betreffenden Zeichen grundsätzlich drucken kann. Nun muss geprüft werden, ob die Anwendung ganze Zeichen verliert, eine ungeeignete Schriftübertragung verwendet oder die Schnittstellenkommunikation bei großen Datenmengen an ihre Grenze gerät.
Test mit einfachem Text statt Formularanwendung
Drucke eine kurze Datei mit wiederholten Zahlen- und Buchstabenfolgen aus einer einfachen Textanwendung. Eine geeignete Prüfzeile lautet beispielsweise:
0123456789 ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
0123456789 ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
|||||||||| HHHHHHHHHH MMMMMMMMMM
Fehlt im Ausdruck immer dieselbe Position, vergleiche die Druckvorschau und eine langsamere Qualitätseinstellung. Wird dieselbe Datei langsam vollständig gedruckt, während im schnellen Modus ganze Zeichen verschwinden, sind Treibermodus, Schriftverarbeitung und Datenübertragung gezielt zu untersuchen. Drucke zusätzlich nach Möglichkeit dieselbe Datei über einen anderen Anschluss oder von einem anderen Endgerät, ohne gleichzeitig mehrere Variablen zu ändern.
Treiber, Emulation und Geräteschrift
Matrixdrucker werden häufig von Warenwirtschafts-, Formular- oder älteren Fachanwendungen direkt angesteuert. Dabei können Steuerzeichen, Zeichensätze und im Drucker gespeicherte Schriften eine größere Rolle spielen als bei modernen Seitendruckern. Eine unpassende Emulation oder ein generischer Texttreiber kann Zeichen anders behandeln als der für den LQ-590II vorgesehene Treiber.
Prüfe die vollständige Modellbezeichnung in der Druckerkonfiguration und vergleiche den verwendeten Treiber mit der Betriebssystem- und Treiberrubrik für den Epson LQ-590II. Kontrolliere außerdem in der Anwendung, ob sie einen eigenen Druckertyp, eine Emulation oder eine interne Schrift voraussetzt. Ändere diese Einstellungen nicht gesammelt: Nach jeder Änderung sollte dieselbe Prüfdatei erneut gedruckt werden.
Schnittstelle und Datenfluss
Bei einem Übertragungsproblem können ganze Zeichen oder Datenabschnitte fehlen, obwohl jedes tatsächlich gedruckte Zeichen scharf aussieht. Relevant sind der verwendete Anschluss, ein möglicher Adapter, das Kabel sowie bei serieller Kommunikation die auf beiden Seiten eingestellten Übertragungsparameter und die Flusssteuerung. Bei parallelen oder seriellen Altanbindungen können außerdem Adapter und lange beziehungsweise beschädigte Kabel Fehler verursachen.
Wenn der LQ-590II über einen Adapter, Druckserver oder eine ältere serielle Verbindung betrieben wird, teste nach Möglichkeit einen vom Drucker unterstützten direkten Anschluss mit einem kurzen, einwandfreien Kabel. Bei einer seriellen Verbindung müssen Baudrate, Datenbits, Parität, Stoppbits und Handshake auf Sender und Drucker zusammenpassen. Werte dürfen nicht geraten werden; maßgeblich sind die Schnittstelleneinstellungen des Geräts und die Vorgaben der eingesetzten Anwendung.
Verschwindet der Fehler am direkten Anschluss, ist der zwischengeschaltete Adapter oder Übertragungsweg der wahrscheinlichere Auslöser. Bleibt er an mehreren Endgeräten und Anschlüssen identisch, rücken Geräteeinstellungen oder Hardware wieder nach vorn.
Welche Maßnahme zum Testergebnis passt
- Nur Striche oder Punkte fehlen: Farbbandkassette, Papierstärke und wiederkehrendes Nadelmuster prüfen.
- Konturen sind abwechselnd versetzt: Die für den Epson LQ-590II vorgesehene bidirektionale Ausrichtung kontrollieren.
- Ganze Zeichen fehlen, der Selbsttest ist sauber: Mit einfacher Textdatei gegenprüfen und danach Treiber, Emulation und Schnittstelle einzeln eingrenzen.
- Der Fehler tritt nur über Adapter oder Druckserver auf: Direkte Verbindung als Gegenprobe verwenden und die Kommunikationsparameter prüfen.
- Das gleiche regelmäßige Muster erscheint in jedem internen Test: Nach Ausschluss von Farbband und Abstand ist eine Prüfung von Druckkopf und Mechanik angebracht.
Die hohe Geschwindigkeit ist beim Epson LQ-590II häufig nicht die alleinige Ursache, sondern macht eine bereits vorhandene Schwäche sichtbar. Eine niedrigere Druckstufe kann den Betrieb vorübergehend stabilisieren. Sie ersetzt jedoch keine Prüfung, wenn Zeichen auch im Selbsttest fehlen, sich das Muster verschlechtert oder ungewöhnliche Geräusche hinzukommen.
Passende Drucker-Hilfe zu Epson Drucker
Zu „Warum der Epson LQ-590II bei hoher Geschwindigkeit Zeichen auslässt“ helfen konkrete Hersteller-, Modell- und Fehlerseiten weiter, wenn du dein Gerät genauer kennst. Dort findest du Hinweise, die besser zur tatsächlichen Druckerserie und Meldung passen.






