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Zine oder kleines Heft zuhause falzen und heften

Zine oder kleines Heft zuhause falzen und heften
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde ganz oder teilweise mithilfe generativer KI erstellt. Das Titelbild stammt entweder aus eigener KI-gestützter Erstellung oder aus einer lizenzierten Bildquelle.

Für ein sauber gefertigtes Zine brauchst du eine Seitenzahl, die durch vier teilbar ist, eine passende Broschürenanordnung beim Drucken und einen präzisen Mittelfalz. Drucke zunächst nur einen gefalteten Probesatz: Stimmen Seitenfolge, Vorder- und Rückseite sowie die Ausrichtung, kannst du die übrigen Exemplare herstellen. Geheftet wird erst nach dem Falzen und Ausrichten, vorzugsweise mit einem Langarmhefter durch den Rückenfalz.

Der häufigste Fehler entsteht nicht beim Heften, sondern bei der Druckanordnung. Auf einem normalen Dokument liegen die Seiten nacheinander; für eine gefaltete Broschüre müssen dagegen weit auseinanderliegende Seiten gemeinsam auf einem Bogen stehen. Diese Anordnung heißt Ausschießen oder Broschürensatz.

Format und Seitenzahl vor dem Drucken festlegen

Ein gefalteter Papierbogen ergibt vier Heftseiten: zwei auf der Vorderseite und zwei auf der Rückseite. Deshalb funktionieren Seitenzahlen wie 8, 12, 16 oder 20 ohne zusätzliche Leerblätter. Bei zehn gestalteten Seiten werden zwei Leerseiten benötigt, damit der Umfang zwölf Seiten erreicht.

Die Berechnung lautet:

Anzahl der benötigten Bögen = Gesamtzahl der Heftseiten ÷ 4

Ein Zine mit 16 Seiten benötigt somit 16 Seiten ÷ 4 = 4 Bögen. Der Zahlencheck passt: Vier Bögen besitzen acht bedruckbare Seitenflächen, auf denen jeweils zwei verkleinerte Heftseiten angeordnet werden. Das ergibt 8 × 2 = 16 Heftseiten.

Für ein Heft im Format A5 wird üblicherweise auf A4-Bögen gedruckt und anschließend mittig gefalzt. Jede Seite des fertigen Dokuments muss dabei als einzelne A5-Seite angelegt sein. Zwei A5-Seiten werden beim Broschürendruck nebeneinander auf einer A4-Seite im Querformat platziert. Entsprechend entsteht ein A6-Heft aus A5-Bögen.

Lege das Dokument nicht von Hand als Folge aus Doppelseiten an, wenn das verwendete Programm eine Broschürenfunktion besitzt. Einzelne Dokumentseiten lassen sich später leichter ändern, nummerieren und korrekt ausschießen. Doppelseiten sind höchstens für die gestalterische Vorschau sinnvoll.

Warum die erste und letzte Seite nebeneinander gedruckt werden

Beim Broschürensatz stehen die Seiten auf dem Druckbogen nicht in Lesereihenfolge. Bei einem achtseitigen Heft trägt die Außenseite des äußeren Bogens beispielsweise die Seiten 8 und 1. Auf seiner Rückseite liegen die Seiten 2 und 7. Der innere Bogen enthält entsprechend die Seiten 6 und 3 sowie 4 und 5.

Nach dem Ineinanderlegen und Falzen erscheinen alle Seiten in der richtigen Reihenfolge. Eine manuelle Anordnung ist bei acht Seiten noch überschaubar, wird aber bei größeren Umfängen fehleranfällig. Nutze daher nach Möglichkeit die Funktion mit einer Bezeichnung wie Broschüre, Booklet oder Broschürendruck in der Layout- oder Drucksoftware.

Das normale Druckerfenster mit der Einstellung zwei Seiten pro Blatt ersetzt diese Funktion nicht. Es verkleinert lediglich aufeinanderfolgende Seiten und setzt zum Beispiel Seite 1 neben Seite 2. Nach dem Falzen ergibt das keine korrekt gebundene Seitenfolge.

Ein Probesatz klärt Duplexrichtung und Seitenfolge

Die Wendekante beim beidseitigen Drucken hängt von der Seitenausrichtung, dem Druckertreiber und der Broschürenfunktion ab. Eine pauschale Einstellung wie an kurzer Kante wenden ist deshalb nicht bei jeder Kombination richtig. Ein Test mit wenigen markierten Seiten verhindert, dass eine ganze Auflage auf der Rückseite kopfsteht.

  1. Erstelle ein Testdokument mit acht nummerierten Seiten. Setze zusätzlich auf jede Seite einen kleinen Pfeil nach oben.
  2. Wähle in der Software den Broschürendruck und das gewünschte Endformat.
  3. Drucke genau ein Exemplar auf normalem Papier.
  4. Falte und verschachtle die Bögen, ohne sie bereits zu heften.
  5. Blättere von Seite 1 bis Seite 8. Prüfe, ob alle Zahlen aufrecht stehen und keine Rückseite seitlich versetzt oder kopfstehend erscheint.

Stehen alle Rückseiten auf dem Kopf, ändere nur die Duplex-Wendekante und wiederhole den Test. Ist dagegen bereits die Bogenbelegung falsch, kontrolliere die Broschürenfunktion und die ursprüngliche Seitengröße. Mehrere Einstellungen gleichzeitig zu ändern erschwert die Fehlersuche.

Besitzt der Drucker keine automatische Duplexeinheit, kann der Broschürendruck oft in zwei Durchgängen erfolgen. Dabei werden zuerst die Vorderseiten ausgegeben, anschließend wird der Stapel gewendet und für die Rückseiten erneut eingelegt. Wie das Papier zurück in das Fach gehört, unterscheidet sich zwischen Druckern. Markiere deshalb ein Testblatt oben mit einem Pfeil, drucke eine beliebige Seite und beobachte, welche Blattseite und Kante zuerst bedruckt werden.

Papier, Ränder und Druckbereich passend wählen

Normales Kopierpapier lässt sich leicht falzen und reicht für einen ersten Entwurf. Etwas kräftigeres Papier fühlt sich stabiler an, erhöht bei mehreren Bögen aber die Spannung am Rücken und lässt die inneren Seiten stärker nach außen wandern. Ob der Drucker eine gewählte Papierstärke sicher einzieht und beidseitig bedrucken darf, ergibt sich aus den unterstützten Mediengewichten und Duplexvorgaben des Geräts.

Ein deutlich stärkerer Umschlag ist zuhause nur sinnvoll, wenn er sich zusammen mit dem Innenteil sauber falzen und heften lässt. Beim automatischen Duplexdruck kann dicker Karton problematisch sein, selbst wenn derselbe Drucker ihn einseitig verarbeitet. In diesem Fall sollte der Umschlag separat gedruckt oder aus einem Papier bestehen, das für den Duplexweg freigegeben ist.

Wichtige Gestaltungspunkte sind:

Plane bei einem Drucker ohne randlose Ausgabe lieber bewusst einen gleichmäßigen weißen Rand ein. Das wirkt sauberer als ein Motiv, das an einer Seite unerwartet abgeschnitten und an einer anderen Seite sichtbar eingerückt ist.

Die Bögen falzen, verschachteln und ausrichten

Für einen geraden Falz müssen die Blattkanten vor dem Andrücken genau übereinanderliegen. Fixiere den Bogen leicht mit den Fingern, setze den Falz zunächst in der Mitte an und streiche ihn anschließend zu beiden Enden aus. Ein Falzbein liefert eine schärfere Kante. Als schonende Alternative eignet sich ein glatter, sauberer Gegenstand ohne scharfe Kanten; Metallwerkzeuge können Papier aufreiben oder Druckfarbe beschädigen.

Bei wenigen und dünnen Bögen kannst du den gesamten Satz gemeinsam falzen. Wird der Rücken dabei rund oder rutschen die inneren Blätter stark heraus, falze die Bögen einzeln vor, verschachtle sie danach und presse den fertigen Satz nochmals vorsichtig entlang des Rückens. Ein leichter Überstand der inneren Blätter ist bei mehreren ineinandergelegten Bögen normal und wird als Verdrängung bezeichnet.

Ein nachträglicher Beschnitt gleicht diesen Überstand aus, ist für ein kleines Heft aber nicht zwingend. Soll geschnitten werden, verwende eine geeignete Schneidemaschine und entferne nur einen schmalen Streifen. Zu viel Beschnitt gefährdet Seitenzahlen und randnahe Inhalte. Ein Bastelmesser sollte nur mit schnittfester Unterlage und Metalllineal eingesetzt werden; schneide niemals in Richtung der haltenden Hand.

Heftklammern genau in den Rückenfalz setzen

Ein gewöhnlicher Tischhefter erreicht die Mitte eines A5-Hefts meistens nicht. Ein Langarmhefter ist für diese Arbeit ausgelegt und ermöglicht zwei Klammern entlang des Falzes. Die flache Heftung gelingt am zuverlässigsten, wenn Falzlinie und Anschlag des Hefters vorab an einem Restbogen geprüft werden.

  1. Lege das gefaltete und vollständig ausgerichtete Heft mit der Außenseite nach oben in den Langarmhefter.
  2. Positioniere zwei Klammern mit ausreichendem Abstand zu den oberen und unteren Kanten. Bei einem kleinen Format kann eine mittige Klammer genügen, zwei Klammern halten das Heft jedoch besser gegen Verdrehen.
  3. Setze jede Klammer unmittelbar auf die Falzlinie. Eine seitlich versetzte Klammer erschwert das Öffnen und kann einzelne Seiten verfehlen.
  4. Kontrolliere innen, ob beide Klammerschenkel vollständig umgebogen sind und flach anliegen.

Ohne Langarmhefter lässt sich ein aufklappbarer Hefter verwenden, sofern sein Kopf vollständig geöffnet werden darf. Lege das geöffnete Heft mit dem Falz auf eine feste, durchstechbare Unterlage, etwa mehrere Lagen stabilen Karton, und drücke die Klammer senkrecht durch den Rücken. Danach werden die Klammerschenkel innen mit einem geeigneten flachen Werkzeug vorsichtig umgelegt.

Diese Ersatzmethode verlangt besondere Vorsicht: Hände dürfen weder unter der Einstichstelle noch im Bewegungsweg des Hefters liegen. Eine harte Tischplatte allein eignet sich nicht als Unterlage, weil die Klammer dort abprallen oder unvollständig eindringen kann. Greifen die Klammern wegen der Papiermenge nicht vollständig, brauchst du längere, zum Hefter passende Klammern oder musst den Heftumfang verringern. Halb geschlossene Klammerschenkel sind keine tragfähige Bindung.

Fehler am fertigen Heft richtig zuordnen

Eine falsche Seitenfolge weist auf die Bogenanordnung hin, nicht auf den Druckermechanismus. Prüfe, ob wirklich eine Broschürenfunktion verwendet wurde und ob leere Seiten im Dokument mitgezählt werden. Fehlt nur eine scheinbar leere Innenseite, kann sich die gesamte Reihenfolge verschieben.

Kopfstehende Rückseiten entstehen durch die falsche Wendekante oder durch ein verkehrt eingelegtes Papierpaket beim manuellen Duplexdruck. Seitlicher Versatz zwischen Vorder- und Rückseite lässt sich bei Heimdruckern oft nicht vollständig vermeiden. Kleine Abweichungen sollten deshalb bereits im Layout durch ausreichende Sicherheitsabstände berücksichtigt werden.

Reißt das Papier am Falz, ist es möglicherweise zu kräftig, spröde oder durch eine flächige Tintenschicht belastet. Falze dann zunächst einen unbedruckten Restbogen desselben Papiers. Reißt auch dieser, eignet sich das Material nicht gut für den engen Rückenfalz. Bleibt der Restbogen heil, sollte der Ausdruck länger trocknen und mit weniger Druck gefalzt werden.

Wölbt sich das geschlossene Heft stark auf, sind zu viele oder zu dicke Bögen ineinandergelegt. Ein kleiner Umfang lässt sich noch unter einem glatten Gewicht pressen. Bei einem deutlich dickeren Projekt ist die einfache Rückenheftung jedoch nicht mehr die passende Bindungsart; mehrere dünne Hefte oder eine andere Bindung liefern dann ein kontrollierbareres Ergebnis.

Die Freigabe für mehrere Exemplare

Bevor du eine kleine Auflage druckst, muss ein vollständiger Probesatz vier Prüfungen bestehen: Die Seiten laufen lückenlos in richtiger Reihenfolge, sämtliche Rückseiten stehen aufrecht, wichtige Inhalte liegen außerhalb der Schnitt- und Falzzone und die Klammern erfassen alle Bögen. Speichere danach die funktionierende Druckeinstellung oder notiere Broschürenmodus, Duplex-Wendekante, Papierfach und Skalierung. So bleibt die Anordnung auch bei späteren Exemplaren gleich.

Drucke bei manueller Duplexausgabe nicht sofort einen hohen Stapel. Schon eine falsch gewendete Lage kann viele Bögen unbrauchbar machen. Kleine Durchgänge lassen sich leichter kontrollieren, sortieren und vor dem Falzen auf vollständige Vorder- und Rückseiten prüfen.

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Autor

Stephan Hessenius