LPR-Druck über Port 515 einrichten

Lesedauer: 9 Min
Aktualisiert: 18. Juli 2026 23:02

Worum es bei LPR und Port 515 geht

LPR ist ein Druckprotokoll, das Druckaufträge über das Netzwerk an einen Drucker oder Printserver schickt. Port 515 ist dabei der klassische TCP-Port für diesen Weg. Diese Verbindung eignet sich vor allem dann, wenn der Drucker im Netz zwar erreichbar ist, aber nicht sauber über den Standardtreiber oder über WSD angesprochen wird.

Der erste sinnvolle Schritt ist immer die Prüfung, ob der Drucker eine stabile IP-Adresse hat und im selben Netzwerk erreichbar ist. Wenn das nicht stimmt, hilft auch der richtige Port wenig. Erst danach lohnt sich die Einrichtung am Computer oder am Server.

Wichtig ist außerdem: Nicht jeder Drucker unterstützt LPR in jeder Menüführung gleich. Manche Modelle bieten den Dienst direkt im Webmenü an, andere nur über den Treiber oder über einen Printserver. Darum solltest du zuerst die Modellbezeichnung und die aktuelle Netzwerkkonfiguration prüfen.

Wann dieser Verbindungsweg sinnvoll ist

Ein Druck über LPR ist vor allem dann hilfreich, wenn ein Drucker im Netzwerk grundsätzlich da ist, der Druck aber unzuverlässig läuft oder der falsche Anschluss gewählt wurde. Typisch ist das bei Geräten, die nach Routerwechsel, IP-Wechsel oder nach einer Neuinstallation nicht mehr sauber reagieren.

Auch in kleinen Büros kann dieser Weg stabiler sein als automatische Erkennung. Der Computer sendet den Auftrag dann gezielt an eine feste Adresse und nicht an einen wechselnden Eintrag in der Suche. Genau das reduziert Aussetzer, falsche Ziele und doppelte Druckerobjekte.

Bestetipps.deFahrzeug-Hilfe.deMeinGeld24.de

Wenn der Drucker bereits korrekt über WLAN oder LAN läuft, aber nur einzelne Arbeitsplätze Probleme haben, ist die Ursache oft nicht der Drucker selbst. Dann liegt das Augenmerk eher auf dem Anschluss, dem Port oder der vorhandenen Queue-Einstellung.

Die Vorbereitung am Drucker

Bevor du am Computer etwas änderst, sollte der Drucker selbst sauber im Netz stehen. Prüfe am Bedienfeld oder im Netzwerkmenü die IP-Adresse, den Verbindungsstatus und ob das Gerät nach dem letzten Neustart eine neue Adresse bekommen hat. Eine wechselnde Adresse ist einer der häufigsten Gründe für fehlgeschlagene Druckpfade.

  • Modellbezeichnung am Gerät notieren
  • Aktuelle IP-Adresse am Drucker prüfen
  • Testseite oder Netzwerkinformationen am Gerät aufrufen
  • Prüfen, ob der Drucker im gleichen Netz wie der Computer hängt
  • Bei WLAN auf stabile Verbindung und ausreichende Signalqualität achten

Wenn dein Gerät ein Webmenü besitzt, kannst du dort oft sehen, ob LPR oder RAW-Druck unterstützt wird. Das ist besonders nützlich, wenn du zwischen mehreren Druckarten wählen musst. Bei Unsicherheit ist das Webmenü die verlässlichste Stelle, weil dort die Netzwerksicht des Druckers zusammenläuft.

Einrichtung unter Windows über einen Standard-TCP/IP-Port

Unter Windows wird der Drucker meist nicht direkt als LPR-Gerät angelegt, sondern über einen Standard-TCP/IP-Port mit passender Protokolleinstellung. Das ist der praktische Weg, wenn du einen stabilen Netzwerkanschluss manuell setzen willst. Der Ablauf ist übersichtlich, solange die IP-Adresse stimmt.

Anleitung
1Die Drucker- und Scaneinstellungen öffnen.
2Den vorhandenen Drucker bearbeiten oder einen neuen Drucker hinzufügen.
3Als Anschluss einen Standard-TCP/IP-Port wählen.
4Die IP-Adresse des Druckers eintragen.
5Falls angeboten, statt RAW den LPR-Dienst auswählen — Prüfe anschließend das Ergebnis und wiederhole bei Bedarf die entscheidenden Schritte.

  1. Die Drucker- und Scaneinstellungen öffnen.
  2. Den vorhandenen Drucker bearbeiten oder einen neuen Drucker hinzufügen.
  3. Als Anschluss einen Standard-TCP/IP-Port wählen.
  4. Die IP-Adresse des Druckers eintragen.
  5. Falls angeboten, statt RAW den LPR-Dienst auswählen.
  6. Die Warteschlangenbezeichnung eintragen, wenn das Modell oder der Server sie verlangt.
  7. Den Assistenten abschließen und eine Testseite senden.

Die Warteschlange ist der Name, unter dem der Druckauftrag am Ziel ankommt. Bei manchen Geräten lautet er einfach nach Modell oder nach Herstellerkonvention. Wenn du den falschen Namen einträgst, reagiert der Drucker oft nicht oder der Auftrag bleibt hängen. Deshalb solltest du die Angabe aus dem Druckerhandbuch oder aus dem Webmenü übernehmen, statt zu raten.

Wenn der Assistent eine Wahl zwischen RAW und LPR zeigt, ist LPR dann sinnvoll, wenn das Zielgerät genau so konfiguriert ist. RAW arbeitet oft ebenfalls stabil, aber für diesen Aufbau soll der Weg bewusst über Port 515 laufen. Entscheidend ist die Übereinstimmung zwischen Drucker und Anschluss.

Einrichtung auf Mac und in gemischten Netzen

Auf Apple-Systemen kannst du ebenfalls einen Netzwerkdrucker manuell anlegen, wenn die automatische Suche kein brauchbares Ergebnis liefert. Hier ist wichtig, dass du die IP-Adresse und das passende Protokoll korrekt zuordnest. In gemischten Netzen mit mehreren Betriebssystemen ist eine saubere, feste Zieladresse besonders wichtig, damit alle Geräte denselben Drucker erreichen.

Falls mehrere Druckerobjekte mit ähnlichem Namen angezeigt werden, solltest du das alte Objekt entfernen und nur den neu angelegten Eintrag behalten. Doppelte Einträge führen oft dazu, dass ein Auftrag scheinbar verschwindet oder auf dem falschen Ziel landet. Ein sauberer Neuansatz spart hier meist mehr Zeit als das Herumprobieren mit mehreren Varianten.

Nach dem Anlegen lohnt sich ein kurzer Test mit einem kleinen Textdokument. So erkennst du sofort, ob der Port stimmt, ob der Drucker reagiert und ob die Warteschlange sauber verarbeitet wird. Bleibt der Auftrag in der Warteschlange, ist meist nicht der Drucker selbst die erste Baustelle, sondern der Anschluss, die IP oder die Zielbezeichnung.

Welche Einstellungen du am Drucker selbst prüfen solltest

Viele Netzwerkgeräte bieten im Menü oder im Webinterface Optionen für Druckprotokolle, Warteschlangen und Netzwerksicherheit. Nicht jedes Modell zeigt diese Punkte an derselben Stelle. Trotzdem folgt die Suche meist einem ähnlichen Weg: Netzwerk, Schnittstellen, TCP/IP oder Protokolleinstellungen.

  • Ist LPR als Dienst aktiv?
  • Ist die Warteschlange korrekt benannt?
  • Hat das Gerät eine feste oder reservierte IP-Adresse?
  • Sind Doppelvergaben im Netz ausgeschlossen?
  • Ist der Drucker nach einem Neustart mit derselben Adresse erreichbar?

Eine feste Adresse muss nicht immer direkt im Drucker selbst gesetzt werden. Häufig reicht auch eine DHCP-Reservierung im Router oder Server. Entscheidend ist nur, dass die Adresse nicht unbemerkt wechselt. Sonst musst du den Druckeranschluss später wieder anpassen.

Falls das Gerät zusätzlich einen Webdienst oder eine Sicherheitsfunktion anbietet, kann es sein, dass bestimmte Druckarten nur nach Freigabe laufen. Dann sollte das Protokoll im Netzwerkmenü und nicht nur am PC geprüft werden. Die eigentliche Ursache liegt in solchen Fällen oft am Druckerprofil und nicht am Dokument.

So findest du Fehler, wenn der Druck nicht ankommt

Wenn der Auftrag nicht gedruckt wird, geh die Kette in dieser Reihenfolge durch: Druckerstatus, IP-Adresse, Port, Warteschlange, Testseite. So grenzt du systematisch ein, wo die Verbindung abreißt. Ein unklarer Gesamtfehler wird dadurch meist schnell zu einer prüfbaren Einzelursache.

  1. Prüfen, ob der Drucker eingeschaltet und betriebsbereit ist.
  2. Am Gerät sehen, ob Papier vorhanden ist und keine Meldung blockiert.
  3. Die IP-Adresse vom Drucker mit dem eingetragenen Port abgleichen.
  4. Die Warteschlange kontrollieren.
  5. Eine Testseite direkt aus dem Druckdialog senden.
  6. Bei Bedarf den Druckeranschluss neu anlegen, statt alte Einträge zu reparieren.

Wenn die Testseite nicht startet, aber der Drucker im Netz erreichbar ist, liegt das Problem häufig an der falschen Protokollwahl oder an einer fehlerhaften Warteschlange. Wenn der Druckauftrag zwar gesendet wird, aber nie am Gerät auftaucht, ist der Zielpfad oft nicht sauber eingerichtet. Taucht er am Gerät auf, bleibt aber in der Warteschlange hängen, lohnt sich ein Blick auf Treiber, Spooler oder doppelte Druckerobjekte.

Warteschlange, Treiber und doppelte Einträge aufräumen

Auch bei einer sauberen Netzwerkadresse kann der Druck stocken, wenn auf dem Rechner alte Druckerobjekte gespeichert sind. Das passiert oft nach Routerwechsel, IP-Wechsel oder einer späteren Neuinstallation. Dann hilft es, die alten Einträge zu entfernen und nur eine klare Verbindung zu behalten.

Prüfe außerdem, ob der richtige Treiber zum Modell passt. Ein falscher oder generischer Treiber kann zwar Verbindung herstellen, aber die Verarbeitung von Aufträgen stören. Wenn die Installation neu aufgebaut werden muss, solltest du den vorhandenen Drucker erst entfernen, dann den Port neu setzen und erst danach den passenden Treiber zuordnen.

Wenn mehrere ähnliche Geräte im Netzwerk vorhanden sind, ist die Modellbezeichnung besonders wichtig. Ein Drucker kann optisch ähnlich wirken, aber andere Protokolle oder eine andere Warteschlange verwenden. Darum sollte die Zuordnung immer über die exakte Modellbezeichnung laufen, nicht über den bloßen Hersteller.

Checkliste für eine saubere Einrichtung

  • Modellbezeichnung vollständig notieren
  • Aktuelle IP-Adresse am Drucker prüfen
  • Stabile Netzwerkverbindung sicherstellen
  • Passenden Standard-TCP/IP-Port anlegen
  • LPR als Protokoll auswählen, wenn das Zielgerät es nutzt
  • Warteschlangenname korrekt eintragen
  • Alte oder doppelte Druckerobjekte entfernen
  • Testseite nach dem Speichern senden
  • Bei Fehlern zuerst Port und IP abgleichen
  • Erst danach Treiber und Warteschlange erneut prüfen

Was du bei abweichendem Verhalten tun solltest

Wenn der Drucker plötzlich nicht mehr reagiert, nachdem er vorher lief, ist meist eine Adresse gewechselt oder ein alter Eintrag aktiv geworden. Dann bringt ein vollständiger Neuaufbau oft mehr als einzelne kleine Korrekturen. Der sichere Weg ist: alte Verbindung löschen, richtige IP neu eintragen, Protokoll und Warteschlange setzen, dann testen.

Wenn der Drucker mehrfach dieselben Seiten oder gar nichts ausgibt, prüfe die Warteschlange und die vorhandenen Druckerobjekte auf dem Rechner. Mehrere aktive Einträge können dafür sorgen, dass ein Auftrag doppelt gesendet oder vom falschen Anschluss verarbeitet wird. Bei Netzwerkdruckern ist Ordnung in der Zuordnung oft wichtiger als zusätzliche Spezialfunktionen.

Wenn der Drucker im Browser aufrufbar ist, aber kein Auftrag durchgeht, ist das ein guter Hinweis auf ein Problem zwischen Port, Warteschlange und Treiber. Dann solltest du zuerst den Druckeranschluss neu anlegen und erst danach weitere Einstellungen ändern. So verhinderst du, dass du an mehreren Stellen gleichzeitig suchst.

Häufige Fragen zu LPR-Druck über Port 515

Woran erkennst du, ob LPR oder ein anderer Druckweg besser passt?

Wenn der Drucker im Netzwerk erreichbar ist, aber Aufträge über die automatische Erkennung unzuverlässig ankommen, ist LPR oft die sinnvollere Wahl. Besonders hilfreich ist das bei festen IP-Adressen und klar zugeordneten Warteschlangen. Wenn dein Gerät dagegen ohnehin stabil über einen anderen Anschluss druckt, musst du nicht auf LPR umstellen.

Welche Angabe ist bei LPR wirklich entscheidend: IP-Adresse oder Warteschlangenname?

Beides muss zusammenpassen, damit der Auftrag am richtigen Ziel landet. Die IP-Adresse zeigt auf den Drucker oder Printserver, der Warteschlangenname bestimmt, wohin der Auftrag dort weitergereicht wird. Ist nur einer der beiden Werte falsch, kann der Druck hängen bleiben oder gar nicht erst ausgeführt werden.

Warum druckt der Rechner nicht, obwohl der Drucker im Netzwerk sichtbar ist?

Die Sichtbarkeit im Netzwerk bedeutet noch nicht, dass Port, Protokoll und Warteschlange korrekt zusammenspielen. Häufig ist dann die gespeicherte Verbindung veraltet oder die IP-Adresse hat sich geändert. Prüfe zuerst die aktuelle Adresse am Gerät und erst danach die Druckereinrichtung am Computer.

Kann LPR auch in einem kleinen Büro mit mehreren Geräten sinnvoll sein?

Ja, gerade dort kann ein fester Druckpfad für mehr Ruhe sorgen, wenn mehrere Arbeitsplätze denselben Drucker nutzen. Wichtig ist nur, dass alle Geräte auf dieselbe stabile Zieladresse zugreifen und keine doppelten Druckerobjekte verwendet werden. So vermeidest du, dass Aufträge an unterschiedliche Einträge geschickt werden.

Ist Port 515 ein Sicherheitsrisiko für den Drucker?

Port 515 ist der klassische Anschluss für LPR und an sich kein Fehler, sondern Teil des Druckwegs. Entscheidend ist, dass du den Drucker nur im vorgesehenen Netz erreichst und keine unnötigen Freigaben nach außen öffnest. Wenn du unsicher bist, sollte die Netzfreigabe im eigenen Umfeld geprüft werden, nicht am Drucker selbst verändert.

Checkliste
  • Modellbezeichnung am Gerät notieren
  • Aktuelle IP-Adresse am Drucker prüfen
  • Testseite oder Netzwerkinformationen am Gerät aufrufen
  • Prüfen, ob der Drucker im gleichen Netz wie der Computer hängt
  • Bei WLAN auf stabile Verbindung und ausreichende Signalqualität achten

Wie hilfreich war dieser Beitrag?
Noch keine Bewertung · 0 Bewertungen

Unsere Redaktion

Unsere Autoren beschäftigen sich mit typischen Druckerproblemen, konkreten Fehlermeldungen und verständlichen Lösungswegen für den Alltag.

Christian Janssen am Schreibtisch

Christian Janssen

Christian Janssen bereitet technische Druckerthemen verständlich und übersichtlich auf. Sein Schwerpunkt liegt auf Fehlercodes, Bedienungsfragen und nachvollziehbaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Dirk Morsbach bei der Reparatur eines Druckers

Dirk Morsbach

Dirk Morsbach beschäftigt sich vor allem mit der Mechanik und den Bauteilen von Druckern. Er erklärt, wie sich Papierstaus, blockierte Druckköpfe und typische Verschleißprobleme gezielt eingrenzen lassen.

Stephan Hessenius neben einem Drucker

Stephan Hessenius

Stephan Hessenius befasst sich mit Druckqualität, Wartung sowie Patronen- und Tonerproblemen. Dabei achtet er besonders auf Lösungen, die sich ohne unnötige Umwege direkt am Gerät ausprobieren lassen.

1 Kommentar zu „LPR-Druck über Port 515 einrichten“

Schreibe einen Kommentar